Montag, 22. März 2010

Der Appalachian Trail - USA


Der Appalachian Trail ist wohl neben dem Klondike Trail und dem Pacific Crest Trail der bekannteste Fern-Wanderweg in den USA. Mit 3487 km Länge durchzieht er 14 Bundesstaaten. Durch seine Nähe zu den grossen Städten an der Ostküste ist er für viele der dort ansässigen Amerikaner innerhalb einer Auto Tagesreise zu erreichen. So tummeln sich bis zu 4 Millionen Wanderer jährlich auf Teilstücken des Trails, wobei sich diese zum grossen Teil natürlich auch auf dieser Länge verteilen. Da Amerika ein Land der Autofahrer ist, sind natürlich die mit dem Auto anfahrbaren Teilstücke des Trails besonders stark frequentiert.

Wer den Trail bei Springer Mountain beginnt, hat in etwa ein halbes Jahr Wanderung vor sich. Doch nur jeder Vierte kommt auch am Ende in Maine an. Viele geben bereits in Neels Gap auf. Von dort werden jährlich Hunderte von Rucksäcken (von denen die frühzeitig aufgegeben haben) und zuviel mitgenommene Ausrüstung zurück geschickt.

Dabei ist man auf dem Appalachian Trail meist nicht alleine, denn spätestens am Ende einer Etappe trifft man an den Etappen Hütten entlang des Trails auf andere Thruhiker. Der Appalachian Trail gilt als der längste markierte Trail auf Erden. Der Hauptweg ist natürlich die frequentierte Hauptstrecke, doch gibt es je nach Bundesstaat Parallelstrecken, die man laufen kann. Bezeichnend ist, dass der Wanderweg fast ausschliesslich durch dichte Laubwälder verläuft. Das dauerhafte umgeben sein von Wald kann an den Nerven zerren und eine Schlechtwetter Periode hat schon manchem Wanderer die Tour verleidet.

Gewartet wird der Trail von 30 lokalen A.T. Clubs, die sich aus ehemaligen „Thruhikers“ – Langstreckenwanderern – zusammensetzen, die bereits einmal den Trail gelaufen sind. Sie möchten mit ihrer freiwilligen Mitarbeit den Gründern und Trailbuildern vergangener Jahrzehnte durch eigenes Engagement etwas zurückgeben. So kann es durchaus vorkommen, dass man auf eine Lichtung kommt und dort eine Gruppe ehemaliger Thruhiker antrifft, die jedem vorbeiziehenden A.T. hiker ein Lunchpaket mitgibt. Genauso wie sie es selbst vor Jahren auf dem Trail erlebt haben.

Ein nicht zu verachtender Aspekt ist das Gewicht des Rucksacks. Aufgrund der Distanzen und möglicher Wetterumschwünge im Frühjahr und Herbst muss man sowohl Verpflegung für mehrere Tage und Ausrüstung für Temperatur Unterschiede von -15 ° bis + 30° dabei haben. Natürlich könnte man auf ein Zelt verzichten und damit 1.7-3.5 kg einsparen, denn entlang des Trails gibt es offene Hütten, Hostels, Huts und Motels. Doch sind Hütten meiner Meinung nach eine Geschmackssache, denn zum einen sind sie oft von 6-10 mehr oder minder gut riechenden Thruhikern des Nachts bevölkert und zudem je nach Wetterlage zugig, feucht und kalt, da von einer Seite offen.

Da nehme ich doch mein Hilleberg Staika Zelt mit. Prädestiniert für diesen Trail ist mein MONOWALKER Wanderanhänger, denn die in Reiseberichten oft zitierten 25 kg Gepäck verschwinden locker in der Ortlieb Big Zip Tasche.

Durch die Konstruktion des Wanderanhängers kann ich auch 35 kg laden und entgehe so in heissen Sommermonaten dem Wassermangel . Denn 10 Liter Wasser hat man in dieser Riesentasche locker untergebracht. Dank der Konstruktion des Trailers spüre ich nur die Hälfte des Ausrüstungsgewichts auf der Hüfte-die andere Hälfte ruht auf dem Hinterrad. In Abständen trifft man auf dem A.T. auf Gasthäuser und Herbergen, die sich auf die Thruhiker eingestellt haben. Hier finden wahre Fressorgien statt, denn wer sich tagelang von Trockennahrung , aufgebrüht in heissem Wasser ernährt hat, freut sich unbändig auf richtiges Essen.

Witzig finde ich die Idee, dass jeder Thruhiker einen Trailnamen erhält, bzw. sich geben kann. Mir würde die Entscheidung leicht fallen…. mein Spitzname ist der „Windesser“. Diese Spitznamen und die Tatsache, dass man früher oder später immer wieder auf dieselben Wanderer trifft führt zu einem Gemeinschaftsdenken- und handeln, welches ich hier in Europa vermisse.

Weitere Informationen zum Trail findet man unter folgenden Webadressen:
http://www.nps.gov/appa/index.htm
http://www.appalachiantrail.org
http://www.mountaincrossings.com/
- ein Ausrüstungsstore der am Trail bei Neels Gab liegt und ausgesuchte Bücher, Ausrüstung und Tipps für den A.T bereit hält.

Ein sehr witziges Buch zum Thema : Bill Bryson - Picknick mit Bären natürlich im örtlichen Buchhandel, bei Amazon oder über www.zvab.de (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher) erhältlich. Wer den witzigen Schreibstil von Bill Bryson mag, wird auch bei diesem Buch wieder was zum schmunzeln haben.

Auch sehr zu empfehlen: Bill Bryson „Streiflichter aus Amerika: Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene“. Ich lese meiner Frau gerne Abends zum Einschlafen aus Büchern vor. In der Regel hält sie 3-5 Seiten durch, bevor sie in meinem Armen einschläft. Bei diesem Buch – no Chance…. wir erstickten abwechselnd vor Lachen, da jedes Kapitel der Brüller ist. Bill Bryson versteht es vortrefflich seine Landsleute aufs Korn zu nehmen und dabei Wissenswertes über amerikanische (Lebens-) Kultur zu vermitteln.


3 Kommentare:

  1. :-)

    Der Monowalker ist wirklich ein heißes Teil.

    Als ehemaliger Thruhiker auf dem Appalachian Trail muss icn aber sagen, dass der Mononwalker nicht überall seine Stärken wird ausspielen können.

    Zum einen wird nie viel Wasser benötigt werden, da die mir längste bekannte Strecke ohne Wasser lediglich 13 Meilen sind. Normalerweise hat man deutlich häufiger Wasser.

    Ein Staika wäre auf dem AT der absolute Quatsch, weil man 85% der Zeit ohnehin in Sheltern schläft. Die wenigen Male, die man ein Zelt dann bräuchte, wäre ein Tarp dann viel leichter und geeigneter.

    In den New England gibt es dann Passagen wo man mit dem Monowalker definitiv nicht durchkommt.

    Der härteste und spaßigste Teil des Trails, Mahoosic Notch, ist beim besten Willen nicht mit dem Monowalker zu bestreiten.

    CU

    Carsten

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  2. Hallo Carsten, ob man in Sheltern übernachtet oder doch seine vier Zeltwände dabei haben möchte,ist denke ich eine Geschmacksfrage. Ich gehöre auch in den Alpen nicht zu den Hütten Schläfern, sondern ziehe mein Hilleberg Staika oder Akto dem Volksauflauf in der Hütte vor. Ob der Monowalker auf den Trails in New England nicht durchkommt ... ? Es steht mir nicht zu dies zu behaupten, doch wenn dem nicht so ist, so ist es ein leichtes, den Monowalker mit Ausrüstung zu schultern und die wenigen Passagen zu tragen. Doch meine alpinen Erfahrungen der letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass man mit dem Monowalker fast überall durchkommt... ausser man muss steil klettern. Grüsse Kai Fuchs MONOWALKER DESIGNER

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  3. Hmmh...

    mir ist gerade leider aufgefallen, dass
    Geräte mit Rädern auf dem Appalachian Trail
    zumindest in den zahlreichen ausgewiesenen
    Wildnisgebieten verboten sind.

    :-(

    Schade aber ist so

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